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Traditionen

Neben den täglichen Arbeiten des Bauern und der Bäuerin tragen insbesondere Traditionen und Bräuche zum Bäuerlichen Leben bei. Traditionen und Bräuche haben in Tirol zumeist einen kirchlichen Hintergrund. Insbesondere bei den Bauernfamilien werden solche alten Traditionen noch gelebt und verkörpert. So ein Jahr bringt immer wieder schöne Traditionen mit sich, welche insbesondere der Gesellschaft und der guten Gemeinschaft der Menschen betragen.

Osterzeit/Frühjahr

ASCHERMITTWOCH

Mit dem Aschermittwoch beginnt die 40­tägige Fastenzeit. Am Aschermittwoch bekommen die Messbesucher ein Aschenkreuz aus der Asche verbrannter Palmbesen auf die Stirn gezeichnet. In der Fastenzeit finden keine Tanzveranstaltungen statt.

PALMSONNTAG

Mit dem Palmsonntag ist der Höhepunkt der Fastenzeit, der Beginn der Karwoche, erreicht. Für dieses Fest werden in Osttirol sogenannte Palmbesen gebunden und die Kinder tragen diese zur Segnung in die Kirche. Verziert werden diese mit kleinen Salzbrezeln, welche nach der Messe gegessen werden dürfen.

KARWOCHE

Am Gründonnerstag sagt man „fliegen die Glocken nach Rom“. Es handelt sich um ein Symbol für den Beginn der Leidenszeit Christ. Die Karfreitagsliturgie findet man in Osttirol in der üblichen Form, wobei auch die Kreuzverehrung durchgeführt wird. Danach folgt in der Regel eine Zeit der Stille und des Gebets, die sich nicht selten bis zum Abend des Karsamstag hinzieht.

April/Mai

MAIBAUM

In Osttirol wird in beinahe allen Gemeinden ein Maibaum aufgestellt. Die zeiht zumeist eine große Feierlichkeit mit sich. Da muss der Maibaum drei Tage lang bewacht werden, damit er nicht an – oder sogar abgesägt wird. Am 01. Mai folgt der „Weckruf“ der gesamten Musikkapelle. Diese zieht durch die Gemeinde, spielt Märsche und weckt damit die Gemeindebewohner.

MUTTERTAG

Muttertag bedeutet für die Väter und die Kinder früh aufstehen. Ein Frühstück wird zubereitet und Blumen werden frisch auf den umliegenden Feldern gepflückt. Gedichte und ein gutes Essen dürfen dabei an diesem Tag auch nicht fehlen.

SOMMERBEGINN

Im Sommer begleiten die ländlichen Familien die Traditionen der Bittgänge. Unter Mitnahme traditioneller Kirchenfahnen und Statuen, pilgern die Gläubigen zu den Bildstöcken im Ort, um den Segen Gottes zu erbitten. Dies soll eine gute Ernte einbringen.

Sommer

SIEBENSCHLÄFERTAG

Ein Lostag ­ so wie das Wetter am 27. Juni, dem so genannten Siebenschläfertag ist, so bleibt es sieben Wochen lang. Ein sehr bedeutender Tag für die Bauern, denn scheint die Sonne an diesem Tag, dann kann man damit rechnen, dass es ein warmer Sommer wird.

MARIA HIMMELFAHRT

Der 15. August ist der Höhepunkt des Bergsommers. Mit dem Tag der Feier von Maria Himmelfahrt beginnt der langsame Abschied des Sommers. Dieser Tag wird in vielerorts groß gefeiert. In der Kirche findet beim Hochamt die „Kräuterbuschenweihe“ statt.

Herbst

SCHUTZENGELSONNTAG

Am ersten Sonntag im September feiert man den Schutzengelsonntag. In manchen Orten ist dann Kirchtag. Ein Kirchtagsfest wird gefeiert und heutzutage gibt es richtig große Feste rund um den jeweiligen ortsabhängigen Kirchtag. Ein Besuch auf einem Kirchtagsfest sollte deshalb im Urlaub fest eingeplant werden.

ERNTEDANK

Insbesondere beim Leben am Hof ist ein Erntedankfest etwas Besonderes. Denn hat der Bauer genügend Ernte einfahren können, Obst und Getreide für den Winter vorrätig machen können, dann ist dies ein Grund zum Feiern.

Dezember

NIKOLAUS

Um die Person des heutigen Nikolaus ranken sich etliche Legenden. Osttirol ist in dieser Zeit rund um den Nikolstag auch legendär bzw. zumindest weit über seine Grenzen hinaus bekannt. Denn Krampusse und Klaubaufe treiben sich dann in den Orten umher. Dabei verkleiden sich junge und kräftige Burschen zu Krampussen und vielerorts gibt es zu diesem Brauch Veranstaltungen und Schauläufe. Eine sehr spektakuläre Begebenheit kann so auch dem einen oder anderen Gast hinter dem Stubentisch begegnen. Hierbei sei gesagt, dass man den Stubentisch ganz fest halten muss, um nicht in ein Gefecht zwischen Gut und Böse zu gelangen.

ADVENTZEIT UND WEIHNACHTEN

Am Barbaratag (4. Dezember) schneiden die Menschen einen Zweig, zumeist von einem Kirschbaum ab und nehmen ihn mit ins Haus. Der Barbarazweig soll am 24. Dezember erblühen. Die Weihnachtszeit verläuft bei den bäuerlichen Familien zumeist ruhig und still ab. Noch bevor der Morgen graut, befinden sich in der Adventzeit zahlreiche Gläubige auf den dunklen Straßen, um zu früher Stunde zur „Rorate“ zu gehen. Der Thomastag ist nach altem Brauch der „Zeltenbacktag“, an welchem zum Teil noch heute diese wichtige Vorbereitungstätigkeit für Weihnachten erledigt wird. So wird auch der Christbaum besorgt. Dazu geht der Bauer in den Wald und sucht sich einen schönen Baum aus, der umgesägt wird. In den bäuerlichen Familien wird immer ein „echter“ Baum verwendet, der nach seiner Zweckerfüllung als Brennstoff zur kalten Jahreszeit wiederverwertet werden kann. Am Heiligen Abend, dem 24. Dezember, besuchen die Kinder am Nachmittag meistens die Kindermette. Derweilen haben die Bäuerin und der Bauer Zeit, den Christbaum zu schmücken und die Geschenke unter dem Baum zu verstauen. Bei Dämmerung wird im und ums Bauernhaus „geräuchert“, um alle bösen Geister im Haus zu vertreiben. Dieser Duft verleiht, kombiniert mit dem Geruch gebackener Kekse, Weihnachten ebenfalls seine Einzigartigkeit. Zumeist trifft sich zu Weihnachten die ganze Familie um den schön verzierten Christbaum um zu singen, beten und zu musizieren. In der Christnacht gehen der Bauer und die Bäuerin um Mitternacht in den Stall um zu „lauschen“, denn in dieser besonderen Nacht sollen angeblich die Tiere sprechen können.

Winter/Jahreswechsel

NEUJAHR

Am Neujahrstag gibt es „Neujahrsblattlan“, eine Osttiroler Spezialität. „Neujahrsblattlan“ werden aus Brotteig zubereitet, der mit Mohn und Schmalz gebacken ist oder aus Germteig, der mit Mohn und Schmalz bestrichen wird.

RÄUCHERN

Am 5. Jänner, am Vorabend des Dreikönig-­Tages räuchern die Einheimischen zum letzten Mal während der Raunächte ihre Häuser. Dadurch sollen böse Geister des vorangegangenen Jahres ausgetrieben werden. Zum Räuchern bereitet man Weihrauch und heimische Kräuter vor. Die geweihten Zutaten werden durch Glutquellen erhitzt. Beim Räuchern ziehen die Menschen mit Gebet durch das Haus. Auch der Außenbereich und der Stall darf dabei nicht vergessen werden.

DREI KÖNIGE

Die Drei Könige haben schon immer die Christenheit beschäftigt. Die drei Weisen aus dem Morgenland haben dabei eine weite Strecke zurückgelegt, um das Jesuskind in der Krippe zu finden. Sie folgten einem Stern, der sie leitete, um dem Kind huldigen zu können. Dieser Tag wird in Osttirol mit den Sternsingern bekundet. Als Könige verkleidete Kinder oder Erwachsene mit Gefolge kommen in die Häuser, um einige schöne Lieder vorzutragen und für gute Zwecke zu sammeln. Die Drei Könige wischen die Kreideschrift des Vorjahres weg und mit neuer geweihter Kreide werden die Buchstaben C+M+B darüber gemalt. Dies besteht aus den Anfangsbuchstaben der Wörter „Christus mansionem benedicat“, soll heißen „Christus segne dieses Haus“.